Stiftung „Dr. Alice Lüscher“

Im Jahr 2007 ist dem Gemeindeschreiberverband von Dr. Alice Lüscher, ehemalige Dozentin am Lehrgang Gemeindeschreiberinnen und Gemeindeschreiber, ein Vermögen zugefallen. Dieses wurde mit der Auflage verbunden, eine Stiftung nach Artikel 80 ff ZGB mit einem Kapital von CHF 500‘000 und folgendem Zweck zu errichten:

Umfassendes Fördern der Weiterbildung der Gemeindeschreiberinnen und Gemeindeschreiber im Kanton Bern in Bezug auf rechtliche Kenntnisse, Sozialkompetenz sowie allgemeinbildende, psychologische und ethische Aufgabenbereiche. Dr. Alice Lüscher hat die Stiftung zudem verpflichtet, die Randgebiete, ebenso die Französisch sprechenden Gebiete des bernischen Süd-Juras, durch dezentralisierte Angebote oder durch Spesenbeiträge besonders zu berücksichtigen.

Stiftungsrat

Zusammen mit dem Vermächtnis hatte Dr. Alice Lüscher auch den ersten Stiftungsrat eingesetzt und dem Gemeindeschreiberverband zwei Sitze zugesichert. Durch verschiedene Mutationen besteht die ursprüngliche Zusammensetzung aber nicht mehr. Die zwei Sitze des Gemeindeschreiberverbands stehen durch die Fusion der Berufsverbände dem BGK zu.

Im Stiftungsrat arbeiten aktuell mit:

  • Annamarie Dick, Gemeindeschreiberin Ittigen, Präsidentin
  • Sonja Widmer, Gemeindeschreiberin Erlenbach, Vizepräsidentin
  • Anne-Marie Pulver, spezielle Gemeindefragen AGR, Sekretärin
  • Heinz Schumacher, ehemaliger Gemeindeschreiber Ferenbalm, Kassier / Liegenschaftsverwaltung
  • Monika Gerber, Geschäftsführerin BGK, Vertreterin BGK
  • Beat Heuer, Gemeindeschreiber Brügg / Präsident BGK, Vertreter BGK
  • Thomas Krebs, Gemeindeschreiber Münsingen

Stiftungsreglement

Basierend auf der Stiftungsurkunde hat der Stiftungsrat im April 2009 ein Reglement erlassen. Darin wird bestimmt, dass das Stiftungsvermögen von CHF 500‘000 zwingend zu erhalten und der Stiftungszweck wie folgt umzusetzen ist:

  • Die Stiftung fördert in erster Linie die Sozialkompetenz der Weiterzubildenden sowie deren persönliche Charakterentwicklung. In diesem Rahmen sind offizielle Weiterbildungsprogramme zu ergänzen oder separate Veranstaltungen durchzuführen.
  • Um Chancengleichheit zu schaffen, fördert die Stiftung Gemeindeschreiberinnen und Gemeindeschreiber aus insbesondere wirtschaftlich schwachen und französischsprachigen Kantonsteilen sowie aus Randgebieten des Kantons Bern.
  • Die Mittel der Stiftung dürfen nicht zur Anschaffung von Maschinen oder anderen Gerätschaften verwendet werden.
  • Der Stiftungsrat erlässt Grundsätze, nach welchen er den Stiftungszweck erreichen will. Er spricht diese Grundsätze mit dem Vorstand des Vereins Bernische Gemeindeschreiberinnen und Gemeindeschreiber (BEGG) oder dessen Nachfolgeorganisation – heute BGK - ab.

Leistungen der Stiftung

Persönliche Darlehen oder Beiträge

In Richtlinien hat der Stiftungsrat bestimmt, dass Gemeindeschreiberinnen und Gemeindeschreiber im Diplomlehrgang in erster Linie in Form von zinslosen, rückzahlbaren Darlehen (Stipendien) unterstützt werden sollen und in Härtefällen zusätzlich Beiträge an Kurs-, Prüfungs- und Reisekosten ausgerichtet werden können.
Voraussetzung für ein Darlehen oder einen Beitrag sind:

  • die Funktion als Gemeindeschreiberin oder Gemeindeschreiber
  • erfolgreicher Abschluss des Fachlehrgangs als Bernische/r Gemeindefachfrau / Gemeindefachmann (FAG);
  • angemessene finanzielle Eigenleistungen;
  • Nachweis über persönliche finanzielle Verhältnisse;
  • schriftliche Bestätigung über allfällige Ausbildungsbeiträge der Arbeitgeberin.

Der Stiftungsrat ist berechtigt, Gesuche für Darlehen oder Beiträge aufgrund der persönlichen finanziellen Verhältnisse des Gesuchstellers oder der Gesuchstellerin abzulehnen. Bei Wiederholung eines Lehrgangs werden nur in Härtefällen Darlehen oder Beiträge gewährt.
Gesuche für Darlehen und Beiträge sind vor Ausbildungs- oder Kursbeginn schriftlich, begründet und dokumentiert an den Stiftungsrat, zuhanden der Präsidentin, einzureichen.

Beiträge an Verbände

Die Stiftung kann auf schriftlich begründetes Gesuch hin Kurs- und Seminarangebote des Kantonalverbands und der Regionalverbände unterstützen, um die Sozial- und Führungskompetenz der Gemeindeschreiberinnen und Gemeindeschreiber zu fördern. Dabei werden insbesondere Beiträge an Projekte ausgerichtet, die ohne finanzielle Unterstützung nicht trag- oder realisierbar sind bzw. spezielle finanzielle Leistungen zu tragen haben (Übersetzungen, Pilotkurse u. Ä.).

Eigene Angebote

Die Stiftung organisierte bisher keine eigenen Veranstaltungen, da ausreichend Weiterbildungsangebote bestehen. Die Stiftung finanziert aber jeweils den Kadertag des BGK mit. Dadurch können nicht nur die Gemeindeschreiberinnen und Gemeindeschreiber sondern das gesamte Gemeindekader von den Leistungen der Stiftung profitieren.